Reisebericht  |  China  |  Dezember 2013
Chinareise Herbst 2013

Im November verbrachte ich 14 Tage lang gefühlte zwei Monate in China. Jetzt, am letzten Tag des Jahres 2013, habe ich das Gefühl, gerade eben erst wieder zurück in Deutschland gelandet zu sein. Ein wenig hatte ich ja, wie immer seit einer letzten Reise, die Befürchtung, mich in Shanghai oder Peking nicht mehr zurechtzufinden. Doch mit der Ankunft in Hongqiao betrat ich heimatlichen Boden, ich war zu Hause. Entsprechend war ich vorbereitet auf den ersten Kampf am Taxistand, rückte meine Ellenbogen schon in Position; es war spät nachts und ich entschlossen, mein Hotel schnellstens erreicht zu haben. Doch was war das? …

Die Menschen-Serpentinen bewegte sich recht lautarm, verdächtig geduldig und dabei durchaus zügig voran. Die wenigen Drängler bekamen schnell von den eigenen Landsleuten zu spüren, dass ihr Benimm von gestern ist und verschwanden erfolglos wieder in der Schlange. Auf den Stufen, die es zwischenzeitlich mit meinem schweren Koffer zu überwinden galt, sprang mir sofort ein freundlich lächelnder Polizist entgegen, von denen es augenscheinlich inzwischen mehr gibt als mir gewohnt war, um mir beim Tragen zu helfen. Jetzt wurde ich endgültig unsicher …

In den folgenden zwei Wochen fand ich nach vielen Gespräche und eigenen Erlebnissen Erklärungen. Um wie vieles war der chinesische Millionen-Alltag durch das Internet inzwischen doch leichter zu meistern! Wie bei uns in den westlichen Ländern kann man alles, aber auch alles per Mausklick bestellen. Das mag sich zunächst banal anhören. Doch wer vor wenigen Jahren auch nur einmal die Erfahrung gemacht hat, in China mal eben in einen Zug einsteigen zu wollen, der weiß es zu schätzen, dass Tickets nun online geordert werden können. Ich selbst fühlte mich plötzlich ganz flexibel und spontanisiert während meiner jüngsten Reise.

Der eigentliche Grund meiner Reise waren Termine mit Rechtsanwälten und Corporate Communication Managern westlicher Firmen. In letzter Zeit versetzte die chinesische Regierung mit neuen Regelungen für den Unternehmensauftritt vor Ort agierende ausländische Firmen in einige Aufregung. Und dieses Mal scheint es ernst zu sein mit der termingerechten Einhaltung, habe ich mir von den Rechtsabteilungen versichern lassen.

So ganz »nebenbei« sah ich viele Freunde und Kollegen wieder, gab Workshops, Vorträge, besuchte Ausstellungen und feierte über den Dächern Shanghais meinen Geburtstag. In letzter Sekunde machte ich doch noch einen ungeplanten Abstecher nach Peking, um in mein dortiges Büro reinzuschauen. Und wieder ist es schön zu wissen, dass Entfernungen heute keine Rolle mehr spielen. Wir sind für Sie da, egal, wo ich bin.

 

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