Delegationsreise  |  Berlin (Germany)  |  April 2014
BVMW-Mitglied Susanne Zippel im Gespräch mit chinesischen Wirtschaftsvertretern

Ende April 2014 reiste eine hochrangige Delegation von Führungskräften und Vorständen chinesischer Privat-, also nichtstaatlicher Unternehmen durch sechs Städte Deutschlands. Der Besuch war Teil des Executive Development Programs (EDP) des China International Talent Development Center (CITDC) und stand unter dem Motto »Bedeutung der mittelständischen Wirtschaft für Strukturwandel, Technologie und Innovation in Deutschland als einem führenden Industriestandort sowie Möglichkeiten von Kooperationen.« Er wurde geleitet von Dr. Lutz Werner, vormals Regierungsdirektor im Bundesministerium für Wirtschaft, zuständig für die Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsbeziehungen, heute Vorstand der Hi-Tech Media AG Göttingen.

Während der ersten Station in Berlin lud der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), mit 250.000 Mitgliedern Deutschlands größter freiwillig organisierter Unternehmerverband, am 28. April zum Informations- und Gedankenaustausch ein. Die rund 50 chinesischen Geschäftsleute ließen sich ausführlich die Arbeit des Verbandes vorstellen und nahmen rege die Gelegenheit wahr, Fragen an die Vertreter von sieben in Berlin ansässigen mittelständischen Unternehmen zu stellen. Auch Susanne Zippel, CEO des Designbüros Mittelpunkt•Zhongdian, gehörte als BVMW-Mitglied zu den geladenen Gästen deutscher Seite.

Zunächst standen die Innovationen der beiden hochtechnologischen Unternehmen Knick Elektronische Messgeräte GmbH & Co. KG sowie der neochem GmbH im besonderen Interesse. Erfragt wurde von chinesischer Seite weiterhin, worin sich die beachtenswert geringe Fluktuation von Angestellten in deutschen Firmen begründet, also das Geheimnis liegt, gut ausgebildete Fachkräfte einer Firma zu erhalten. Marcus Knick, Geschäftsführer des Familienunternehmen Knick, sprach daraufhin von Respekt und Menschenwürde; in Deutschland wären finanzielle Gründe für einen Arbeitgeberwechsel eher zu vernachlässigen. Susanne Zippel nannte einige Beispiele für die Familienfreundlichkeit gerade großer mittelständischer Unternehmen, insbesondere, wenn Mitarbeiter mit ihren Familien ins Ausland entsendet werden.

Mit einer weiteren Frage zeigte man sich gut vorbereitet. Herr Wang, Unternehmensberater aus China, fand heraus, dass es weltweit ca. 4.600 Traditions-, d.h. im weiteren Sinne Familienunternehmen gäbe, also teilweise mehr als 150 bis 200 Jahre bestünden. Davon gibt es allein mehr als  400 in  Brasilien, in Deutschland immerhin 160 (ich verbürge mich nicht, diese Zahlen richtig in Erinnerung zu haben), in China gibt es 16 (diese Zahl stimmt). Was erhält eine Firma, eine Idee, eine Innovation so nachhaltig lebendig? Antwort, kurz und knapp: Strategisches Denken und Planen. Die längere Version geht auf die frühzeitige Suche nach motivierten Firmenerben ein, auf die Forschung neuer, stets passender und taktisch klug gewählter Geschäftsfelder oder auf die Fundamente langfristiger Finanzsicherheit sowie wurde Deutschlands politische wie juristische Verbindlichkeit hervorgehoben.

 

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