Das Buch gliedert sich in vier große Kapitel auf, die in sich nach einem Doppelseiten-Prinzip aufgebaut sind. Um die inhaltlich sehr umfangreiche und komplexe Materie verdaulich zu halten, wird ein Thema – z. B. Leserichtungen chinesischer Texte, 3.000 Jahre Schriftgeschichte oder Schriftklassifikation – stets so knapp wie möglich, aber ausführlich wie nötig präsentiert. 

Kurz und pointiert liefert Sabine Gruppe eine inhaltliche Zusammenfassung auf dem FONTBLOG →

Florian Wittig, Font-Ingenieur bei Linotype, erarbeitete eine sehr ausführliche, reich bebilderte glasklare Zusammenfassung des Inhaltes →

Das erste Kapitel erklärt, wie die chinesische Sprache überhaupt »tickt« und beantwortet viele Frage, die sich vielleicht jeder schon gestellt hat, aber nicht wisse, wo er nachschlagen sollte: Nur Chinesen sprechen Chinesisch — warum ist es dann eine Weltsprache? Warum verwendet das Chinesische bis heute keine Buchstaben und warum können wir es trotzdem lesen? Wie viele Hanzi gibt es auf der Welt? Was ist das überhaupt? Was bedeuten die klangvollen chinesischen Eigennamen westlicher Firmen in ihrer Übersetzung?Warum schreibt man in Japan mit chinesischen Schriftzeichen? Was hat die Koreanisch in diesem Buch zu suchen? Und vor welche Rätsel stellen die Vietnamesen die Chinesen?

Kapitel 2 macht deutlich, dass unser Alphabet und das graphologische System, nach dem chinesische Schriftzeichen aufgebaut sind, unterschiedlicher nicht sein könnten. Dieses Kapitel vermittelt einen Eindruck von der metaphorischen Kraft der Wort-Bild-Zeichen, erklärt Aufbau und Schreibweise, die – im Gegensatz zu unseren Buchstaben – einem ganz bestimmten Prinzip folgen. Deren Beherrschung ist Voraussetzung, um überhaupt mit einem chinesischen oder auch japanischen Wörterbuch umgehen zu können. Denn Bilder kann man kaum alphabetisch sortieren – oder doch? Jeder chinesische Erstklässler kennt die Antwort.

Im dritten Kapitel wird es praktisch: Mit der Tastatur tippen wir rasend schnell Texte auf den Bildschirm — leichtes Spiel, wenn man kaum mehr als 26 Zeichen für die Verschriftlichung seiner Sprache benötigt, für die horizontale Schreibrichtung, versteht sich. Wo aber verstecken sich die Zehntausenden von Schriftzeichen in einem einzigen CJK-Font für gleich zwei Leserichtungen? Wie integriert die chinesische Typometrie die der lateinischen? Harmonieren die Familienmitglieder von CJK-Schriften? Wie werden diese überhaupt klassifiziert? Dazu wird ein Blick auf die chinesische Schrifthistorie geworfen.

Das vierte Kapitel geht ins typografische Detail. Wo beginnt der Gestalter, wenn er ein bilinguales Dokument anlegen soll und der anderen Sprache nicht mächtig ist? Kein Problem, wenn Sie nicht Chinesisch sprechen — aber der Checkliste folgen, die Fragen beantwortet, die sich vorher so noch nicht gestellt haben. Was tun, wenn lateinische und chinesische Zeichen sich zu dicht rücken? Welche Kommas, Auslassungszeichen oder Gedankenstriche nehmen, wo plötzlich mehrere zur Auswahl stehen?

Das besondere Bonbon ist der Index am Ende des Buches, welcher zugleich als Wörterbuch fungiert, das unzählige Begriffe aus den Bereichen der Schrift und Schriftgeschichte, und Typografie und Typometrie sowie aus dem Verlagswesen von der deutschen und die chinesische Sprache übersetzt. In enger Zusammenarbeit mit der Amerikanerin Amy Gendler, Professorin an der China Acadamy of Fine Arts (CAFA) Peking und Vetreterin der AIGA in China, und chinesischen Designern wurden erstmals gänzlich neue Begriffe für bislang unberücksichtigte spezielle multilinguale typografische Situationen geschaffen.

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