Reisebericht  |  Paju (Seoul)  |  November 2014
Bildungsreise mal anders

Sechs Wochen in Südkorea und Japan: Vollgepackt mit Workshops und Vorträgen, darunter fünf spannende Tage bei Ahn Sang-Soo, einem der international bekanntesten Designer Koreas und Liebhaber roter Mützen. Ahn, der enge Kontakte zu vielen westlichen Dozenten pflegt, lud Susanne Zippel ein, am von ihm selbst gegründeten Ausbildungsinstitut PaTi einen fünftägigen Workshop zu geben.
»Lass Deine Studenten soviel wie möglich, wenn nicht alles selbst machen.« Ebenso wie Susanne Zippel ist Ahn leidenschaftlicher Anhänger dieses Bauhaus-Prinzips. In ihrem zweisprachigen Workshop stellte die Designerin die Studenten vor eine spannende Herausforderung aus dem Arbeitsspektrum ihrer eigenen Agentur Mittelpunkt•Zhongdian: Die Entwicklung eines bilingualen Logos für einen (imaginären) Shop. Von der Vision zur durchaus handfesten Umsetzung in fünf Tagen – vom Plotten der Entwürfe auf Folien bis zu stundenlanger Handarbeit beim Aufkleben der Folien auf Fenster:  Eine enge Teamarbeit, die mitunter unter schwierigen Bedingungen stattfand, stundenlange Fahrten zwischen Druckerei und Institut inbegriffen.
»Jeder hat jedem geholfen« schwärmt die Designerin und leidenschaftliche Ausbilderin. »Und gemeinsam haben wir alles rechtzeitig gemeistert.« Soviel Engagement und Herzblut haben ein hohes Ansteckungspotenzial selbst für Lehrer wie Minho Kwon, Leiter des Graduate Programms und einer der bekanntesten Illustratoren Südkoreas: Gemeinsam mit den Workshop-Teilnehmern kümmerte er sich um den wohl kniffeligsten Teil der Arbeit, das blasenfreie Verkleben großflächiger Folien. Aus der intensiven, inspirierenden Zeit ist Nachhaltiges entstanden: Die enge Verbindung zu den PaTi-Studenten und den neuen Kollegen: »Susanne hat seitdem einen Fanclub hier«, sagt Ahn Sang-Soo dazu. Und lächelt.

 

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